Eintrag im Wörterbuch der Westfälischen Mundart von Franz Wöste, 1882
Bälvisk lüll dat stiget em an den krüll (Heimatforscher Joseph Pütter ergänzte: „un maket di knüll“)
hochdeutsch: Balver Lüll, das steigt einem zu Kopfe
Krüll= Stirnlocke, Haarwirbel, auch: Haarbusch bei Pferden 1)
Den Namen Lüll führt Wöste auf die einschläfernde, einlullende Wirkung oder betäubende Kraft des Bieres zurück.
Weniger freundliche Deutung: Lülle = schlechtes, trübes, dünnes Getränk.
Zum Balver Lüll gehörten die bekannten Balver Bretzeln: „bälweske britseln sind bei uns berühmt“ (Eintrag unter ´britsel´).
In Von Steinens Westphälische Geschichte (Seite 1093 des Originals) findet sich eine Fußnote unter Bezug auf Wilhelm Braun: „Werla salit partiam, bibulis est Lullia Balvis„.
Der lateinische Spruch wurde übersetzt mit: „Werl gibt dem Lande das Salz, und Bier braut Balve den Zechern“ (bibulus: Trinker, Säufer)
Sauerländische Redewendung:
Bo en Briuer is, brieket käin Bäcker te sin: Wo ein Brauer ist, braucht kein Bäcker zu sein. Ein starker Biertrinker ist kein guter Esser.
1) Sauerländer Platt – Ein Wörterbuch. Woll-Verlag